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Wegweiser 12.09.2023

Tabakprävention und -entwöhnung

Tabakprävention und -entwöhnung

Deutschland rauchfrei 2030

Rauchen und Passivrauchen erhöhen das Risiko, an chronischen Lungen- und Atemwegserkrankungen zu erkranken. Zusätzlich werden bestehende Erkrankungen dadurch verschlimmert. Obwohl Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko ist, bleibt die Raucherprävalenz in Deutschland besorgniserregend hoch: ca. 35 % aller Deutschen sind Raucher:innen. Eine besonders alarmierende Entwicklung ist der zuletzt starke Anstieg aktiv rauchender Jugendlicher (14 bis 17-Jährige, aktuelle Prävalenz 15,9 %) und Erwachsener (18 bis 24-Jährige, aktuelle Prävalenz 40,8 %)1. Noch deutlicher wird dieser Trend beim Konsum von E-Zigaretten – deren Nutzung hat sich unter den 14- bis 17-Jährigen von 2021 bis 2022 verfünffacht2.

Das Rauchen ist die Ursache von zahlreichen chronischen Erkrankungen der Lunge und eine der Hauptursachen für die Entstehung von Lungenkrebs. Allein in Deutschland sind bei Männern neun von zehn, bei Frauen sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf aktives Rauchen zurückzuführen3. Neben Lungenkrebs ist das Rauchen ebenfalls der Hauptgrund für das Entstehen einer COPD – bei 9 von 10 Betroffenen ist der Tabakrauch die Ursache4. Insgesamt sterben in Deutschland jährlich etwa über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums6.

Das Jahrzehnt der Lunge fordert daher eine Initiative „Deutschland rauchfrei 2030", die das Ziel verfolgt, den Anteil der Raucher:innen auf unter 10 Prozent zu senken, nach dem Vorbild Neuseelands („Smokefree Aotearoa 2025").

Prävention

Eine Verankerung im Nationalen Präventionsplan würde der Bedeutung des Tabakthemas Rechnung tragen. Zudem sollte das geplante Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit chronische Lungen- und Atemwegserkrankungen als Themen der öffentlichen Gesundheit adressieren und die Aufklärung über die Folgen des Rauchens stärken.

Entwöhnung

Kostenfreie und niedrigschwellige Angebote zur Tabak- und Nikotinentwöhnung müssen ausgebaut werden. Ein Erstattungsanspruch der Arzneimittelkosten zur Tabakentwöhnung durch die GKV darf nicht auf schwere Raucher:innen begrenzt sein. Entwöhnungsprogramme, die während eines Krankenhausaufenthaltes beginnen und dann ambulant weitergeführt werden, müssen finanziert werden – 40 Prozent der Patient:innen könnten auf diese Weise vom Tabak entwöhnt werden10.

Nichtraucherschutz

Das geplante Verbot des Tabakrauchens in PKWs, wenn Kinder und Schwangere mitfahren, ist ein Schritt in die richtige Richtung – diese Regelung sollte ebenfalls auf E-Zigaretten angewendet werden. Darüber hinaus braucht es einen bundesweiten, einheitlichen Ansatz beim Nichtraucherschutz mit einem absoluten Rauchverbot in Schulen, Diskotheken und Gaststätten.

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